Die neue Pflichtlektüre für kombinierte und Carve-out-Abschlüsse: Das neue IFRS visuell

Die neue Pflichtlektüre für kombinierte und Carve-out-Abschlüsse: Das neue IFRS visuell

Die 8. Neuauflage des IFRS visuell ist in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil eine regelmäßige Überarbeitung der Darstellung der International Financial Reporting Standards (IFRS) allein schon deswegen geboten ist, weil die Standards regelmäßig angepasst werden. In diesem Jahr besteht die Aktualisierung in der Aufnahme des neuen IFRS 17 und der jährlichen Amendments. In dieser Hinsicht hat sich die übersichtliche und strukturierte Darstellung, die das IFRS visuell bietet, inzwischen als Standardwerk etabliert.

Zudem wird in der diesjährigen Auflage erstmals eine Anlage über kombinierte und Carve-out-Abschlüsse aufgenommen. Der Anlass ist die zunehmende Bedeutung von Spinn-offs und Carve-outs, gerade im deutschen Rechtsraum. So werden Geschäftsmodelle zunehmend hinterfragt und neu ausgerichtet. Viele Unternehmen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und verabschieden sich von anderen Geschäftsbereichen – aus Rechnungslegungssicht bringt dies zahlreiche Herausforderungen mit sich.

“Das #IFRSvisuell zählt zu den etablierten Standardwerken. Die 8. Neuauflage ist jedoch aus einem anderen Grund etwas Besonderes.“

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Die 8. Auflage des IFRS visuell erstmals mit der Anlage zu kombinierten und Carve-out-Abschlüssen nach IFRS im Kontext des deutschen Rechtsraums

Die Anlage über die kombinierten und Carve-out-Abschlüsse berücksichtigt den Bedarf solcher Abschlüsse vor allem aufgrund des besonders in Deutschland anhaltenden Trends von Spinn-offs und Carve-outs an den Börsen. Sie bietet zunächst einmal eine umfassende und übersichtliche Darstellung von kombinierten und Carve-out-Abschlüssen nach den aktuellen IFRS, aber vor allem aus dem Blickwinkel der deutschen Marktpraxis. Erstmalig liegt damit ein Werk vor, das eine Darstellung in deutscher Sprache mit der Anwendungspraxis im deutschen Rechtsraum bietet. Zudem werden wesentliche Wahlrechte im Übergang von kombinierten und Carve-out Abschlüssen auf Konzernabschlüsse aufgezeigt.

Kombinierte Abschlüsse und Carve-out-Abschlüsse werden aber auch häufig in M&A-Transaktionen benötigt, sofern keine Konzernabschlüsse erstellt werden können, da (noch) keine Konzernstruktur vorliegt.

Eine kurze Entstehungsgeschichte des neuen IFRS visuell

Der Ausgangspunkt für die Anlage zu kombinierten und Carve-out-Abschlüssen war unsere internationale Broschüre Combined and/or carve financial statements, die im April 2017 von KPMG International herausgegeben wurde. Hier hatten wir die Anforderungen an die Aufstellung kombinierter Abschlüsse auf der Basis der IFRS sowie der Marktpraxis und regulatorischer Anforderungen an verschiedenen Börsenplätzen weltweit niedergelegt.

Die Anlage in IFRS visuell fokussiert im Gegensatz dazu auf die Sicht von Gesellschaften, die eine Börsenplatzierung in Deutschland planen. Dabei berücksichtigt die Darstellung die Anforderungen des Europäischen Prospektrechts, aber auch US-Anforderungen, insbesondere im Falle von Privatplatzierungen an institutionelle Investoren inner- als auch außerhalb der USA sowie Erwerbe von deutschen Gesellschaften durch eine in den USA börsennotierte Gesellschaft.

Das Ziel der 8. Neuauflage des IFRS visuell

Erstaunlicherweise ist die Aufstellung kombinierter Abschlüsse und von Carve-out-Abschlüssen in den IFRS bisher nicht ausdrücklich geregelt und auch in der Literatur nicht ausreichend behandelt. Ganz im Gegensatz dazu sind die Grundsätze für die Aufstellung kombinierter und Carve-out-Abschlüsse in den USA bereits vor Jahrzenten für US-GAAP-Abschlüsse entwickelt und dort auch schon seit Jahrzehnten gängige Praxis.

Mit der Anlage in der Neuauflage des IFRS visuell möchten wir nun unseren Beitrag zu einem in der Praxis zwar hoch relevanten, aber derzeit noch ungeregelten Bereich der Rechnungslegung leisten. Wir wollen damit sowohl Aufstellern und Prüfern von kombinierten und Carve-out-Abschlüssen sowie Rechtsanwälten, die Kapitalmarkttransaktionen begleiten, einen praxisorientierten Leitfaden an die Hand geben und zugleich auch einen Anstoß für die Lehre und Forschung bieten.